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Harley Geschichte

Harley Davidson ist eine amerikanische Herstellerfirma von Motorrädern und wurde 1903 in Milwaukee, Wisconsin, USA, von William S.Bill" Harley (1880 - 1943) und Arthur Davidson (1881 - 1950), sowie später William A. Davidson und Walter Davidson (1877 - 1942) als Harley-Davidson Moto Co. gegründet.

Historie

Harley Davidson ist die viertälteste (gegr. 1907, erstes Motorrad gebaut 1903) noch produzierende Motorradmarke der Welt. Nach Husqvarna (gegr. 1689, erstes Motorrad gebaut 1903), Royal Enfield (gegr. 1893, erstes Motorrad gebaut 1901), und Triumph (gegr. 1886, erstes Motorrad gebaut 1902).

2003 feierte Harley-Davidson zusammen mit ihren Anhängern auf diversen Veranstaltungen ihr 100-jähriges Jubiläum.

Technik Historie

Der klassische 45 Grad V-Twin-Motor arbeitet nach folgendem Schema: Der erste (vordere) Zylinder zündet. Nach einem Drehwinkel von 315 Grad zündet der zweite Zylinder. Es folgt eine Drehung von 405 Grad, bis der erste Zylinder erneut zündet. Das Zündschema gibt dem Harley-Davidson-V-Twin das charakteristische Auspuffgeräusch. Dieses Konzept wurde mehrfach überarbeitet, die Grundidee V2 ist bis heute geblieben.

Die Produktion begann mit einem in einem fahrradähnlichen Rahmen montierten Einzylindermotor, der das Hinterrad über einen Riemen direkt antrieb. Er besaß weder ein Getriebe noch eine Kupplung . Die Zündung wurde von einer Batterie gespeist, ab 1909 wurden auch Magnetzünder eingesetzt. Die Konstrukteure legten großen Wert auf Stabilität und hohe Qualität, was den Maschinen den Ruf von zuverlässigen Alltagsgeräten einbrachte.

1906 erreichte die Produktion der wegen ihrer grauen Farbe und guten Schalldämpfung "Silent Gray Fellow" ("leiser grauer Kamerad", grau = grey, ist aber irrtümlich als "gray" in die Firmensprache gerutscht) mit 350 cm3 genannten Maschinen 50 Stück pro Jahr.

1909 wurde der erste Zwei-Zylinder-Motor hergestellt, der sog. "F-Head" oder "ioe"-Motor, bei dem die Auslaßventile unterhalb der Einlaßventile liegen. Alle seitherigen Motoren sind "Inline-V"-Motoren, deren Zylinderachsen in einer Ebene stehen, also keinen Seitenversatz um die Pleuel-Fußbreite haben: das eine Pleuel ist gegabelt und umgreift das andere normale Pleuel. Um den Motor in die vorhandenen Rahmen einbauen zu können, wählte man einen V-Motor (V-Twin) mit einem Zylinderwinkel von 45 Grad, der bis heute das Merkmal des Harley-Davidson-Motors geblieben ist. Weitere Innovationen folgten 1912 mit der Motorradkupplung und der im Rahmen integrierten Sattelfederung, ein Jahr später Kette, Getriebe, wiederum im Jahr darauf der Kickstarter, 1915 das Dreiganggetriebe.

1930 wurde eine überarbeitete Version des Motors, innerhalb der Harley Gemeinde auch "Flathead" genannt, verbaut. Dieser Motor wurde mit Hubräumen von 1200 und 1340 cm³ bis 1948 hergestellt und stellte lange Zeit eine Alternative für (OHV)-skeptische Kunden dar.

1937 wurde der Motor gründlich überarbeitet und erhielt hängende Ventile (OHV), blieb aber im Versuchsstadium, da das Unternehmen die US-Army mit großen Stückzahlen (Modell WLA) beliefern musste, und dies geschah mit dem alten Motor mit stehenden Ventilen (SV, side valves). Die neue Motorenreihe kam erst 1948 in die Serie. Dieser Motor ist aufgrund seiner charakteristischen Konturen der Kipphebellagerung am Zylinderkopf als "Knucklehead" ("Knöchelkopf") bekannt. Motorräder mit diesen Motoren gehören zu den höchstbegehrten unter den Oldtimern.

1948 wurde der Knucklehead Motor einer weitreichenden Überarbeitung unterzogen. Auf den Zylinderköpfen befanden sich fortan verchromte, glattflächige Deckel die als "Panhead" ("Pfannenköpfe") in die weitere Harley Historie eingehen sollten.

1957 wurde ein neuer, modernerer und kleinerer Motor mit sportlichem Charakter gebaut. Es gibt ihn aktuell in zwei Versionen mit 883 und 1200 cm3 Hubraum. Es ist wieder ein 45°-OHV-V2, er unterscheidet sich vom Big Twin vor allem dadurch, dass das Getriebe- und das Motorgehäuse integriert sind, sowie durch die vier einzelnen, durch Stirnräder gekoppelten Nockenwellen. Der Sekundärantrieb, der seit Anfang der 1980er Jahre mit einem Zahnriemen erfolgt, liegt beim "Sportster"-Motor rechtsseitig. Er begründete die Baureihe Sportster und wurde auch in die mit Stahlrohrrahmen ausgestatteten Modelle S1, S3, M2 und X1 von Buell eingebaut.

1960 übernahm Harley-Davidson die Motorrad-Sparte von Aermacchi und weitete damit die Produktion auf Kleinkrafträder und Motorräder mit kleinen Einzylinder-Zweitaktmotoren und Viertaktmotoren aus. Technisch waren diese jedoch genau wie die großen Modelle nicht mehr auf der Höhe der Zeit, was sich auch in zahlreichen Tests, u.a. der Zeitschrift "Motorrad" niederschlug. Die Verkaufszahlen sanken. Um weiter überleben zu können, wurde Harley-Davidson in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, was der Firma vorübergehend das Kapital zum weiteren Überleben sicherte. 1966 war auch dieses Kapital aufgebraucht, die italienischen Werke erwirtschafteten ihrerseits nur Verluste, da auch die Harley-Zweitakter gegen die europäische Konkurrenz nicht bestehen konnten. Rettung in der Not war der Aufkauf durch AMF (American Machine and Foundry Company), einem amerikanischen Mischkonzern.

1965 war das Geburtsjahr des "Shovelhead" Motors. Innerhalb der Bauzeit dieses Motors unterscheidet man im Wesentlichen zwischen dem sog. "Early Shovel" und dem sog. "Alternator Shovel".

1978 wurden die maroden italienischen Werke abgestoßen und an Cagiva verkauft. Dies geschah auch aus Gründen der Imagepflege, denn seit den 1970ern war die Chopper-Bauform eine gewinnbringende Modeerscheinung im Motorradbau. Auch wenn die japanische Konkurrenz nun ebenfalls Chopper in ihr Programm aufnahm, so galt Harley-Davidson doch als Ursprung der Chopper - und die kleinen Modelle mit Zweitaktmotor störten in dieser Produktpalette. Dass Harley-Davidson bis 1978 auch 50-cm³-Mokicks und Kleinkrafträder anbot, ist eine heute von der Firma eher ungeliebte Tatsache.

1984 wurde der "Evolution" oder auch "EVO-Motor" eingeführt und löste die betagten Shovelhead-Konstruktionen ab, deren Zylinder noch aus massivem Grauguss bestanden. Dieser Motor wurde bereits von Porsche in Weissach mitentwickelt. Eine Tradition nahm hier ihren Anfang, die bis zur Entwicklung der neuen Generation der Revolution-Motoren der V-Rod-Baureihe reichen sollte. Man nahm Abschied von der lauten, pflegeintensiven Kette als Endantrieb und entwickelte einen Riemenantrieb, der wartungsarm ist und das Hinterrad sauber lässt. Der EVO-Motor ist der Eintritt in die Neuzeit der Harley-Motoren und darf als erster vollgasfester und absolut zuverlässiger Motor des Hauses gelten. Mit diesem Motor wurde der Grundstein für den Erfolg der letzten 20 Jahre gelegt.

1999 wurde der EVO-Motor der "Big Twins" durch die neue Motorengeneration der "Twin Cam 88" abgelöst. Dies war notwendig geworden, da abermals Emissions- und Geräuschgrenzwerte und die darauf folgenden Modifikationen die Leistung der bisherigen Motoren immer weiter reduzierten. Zuletzt hatte eine EVO ca. 50PS - nicht viel, wenn man ein durchschnittliches Gewicht von mehr als 300 kg zugrunde legt. Erstmals gab es nun bei bestimmten Modellen wie der "Softail" einen Motor mit Ausgleichswellen. Die Dyna Baureihe und die Tourermodelle erhielten den Twin Cam 88 ohne Ausgleichswellen, dafür aber wie bisher in Gummi gelagert. Des Weiteren wurde das Bohrungs-/ Hub-Verhältnis des Motors geändert. War der EVO Motor noch ein Musterbeispiel für ein Langhubmotor, so wurde der "Neue" ein nahezu quadratisch ausgelegter Motor. Wie der Name bereits sagt, hat der Twin Cam-Motor nun zwei Nockenwellen statt der bisher einen, zentralen Nockenwelle der EVO-Motoren. Man unterscheidet zwischen den Twin Cam 88A und Twin Cam 88B Motoren. Beide haben je 1.449 cm³ Hubraum, wobei der Twin Cam 88B mittels elektronischer Kraftstoffeinspritzung beatmet wird.

2002 kam dann der "Revolution"-Motortyp. Basierend auf einer eigenen Rennversion-Entwicklung wurde dieser Motor von Porsche zur Serienreife gebracht: ein 60°-V2 mit 1130 cm3 und DOHC-Ventiltrieb, 4 Ventilen pro Zylinderkopf, elektronischer Einspritzung und Wasserkühlung. Er leistet 115 PS bei 9000 U/min-1 und wird in einen eigens dafür entwickelten Rahmen eingebaut mit dem Modellnamen V-Rod. Mit einem Zylinderwinkel von 60° weicht der V-Rod-Motor vom klassischen Harley-Motordesign mit 45° ab



Events

2003
feierte Harley-Davidson zusammen mit ihren Anhängern auf diversen Veranstaltungen ihr 100-jähriges Jubiläum.

Harley Davidson in den Medien

Durch die Filme "The Wild One" (1954) mit Marlon Brando und "Easy Rider" (1969) mit Peter Fonda und Dennis Hopper erhielt die Marke - zumindest in den Augen ihrer Kunden - Kultstatus.

„Easy Rider", 1987 im Zweirad-Museum Neckarsulm

Black Death III", aus dem Film "Harley Davidson and the Marlboro Man"
Baureihen

Im Modelljahr 2006 unterscheidet man zwischen 5 Baureihen, der Sportster, der Dyna, der Softail, der VRSC und der Touring. Zusätzlich bietet Harley Davidson Umbauten (Customized Versions) einiger Modelle aus den zuvor genannten Modellreihen unter dem Label "Custom Vehicle Operations" (CVO) an. Eine Variante der VRSC Baureihe ist die "Street-Rod", die mit herkömmlichen Guss-Speichenrädern statt Vollscheibenrädern ausgestattet ist.

Literatur

Klaus Schmeh, Der Kultfaktor - Vom Marketing zum Mythos: 42 Erfolgsstorys von Rolex bis Jägermeister, Redline Wirtschaft, Frankfurt 2004 (enthält ein ausführliches Kapitel über Harley-Davidson und den dazu gehörenden Kult)